Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Ralf Haska aus Herzberg (Mark)
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ 1. Kor 13,13
Er sucht das Glück. Er sehnt sich nach Erfüllung, innerem Frieden und echter Zufriedenheit. Er sucht es auf den wildesten Umwegen. Er stürzt sich in ein ausschweifendes Leben, jagt dem Erfolg hinterher und läuft dabei manchmal vor dem weg, was ihm eigentlich Halt geben könnte.
Doch seine Suche nach dem Glück ist keine Soloreise. Er hat eine Frau an der Seite, die ihn auf all diesen verschlungenen Pfaden begleitet. Sie reagiert nicht mit Vorwürfen, sondern mit treuer Geduld. Sie lässt ihn nicht los, auch wenn er weit wegläuft. Sie hofft für ihn und schließt ihn täglich im Stillen in ihre Fürbitte ein.
Manchmal kostet diese Geduld sie unendlich viele Tränen. Einmal wird ihr, die jahrelang um die Umkehr ihres unruhigen Kindes bangt, von einem weisen Bischof der Trostspruch zugesprochen: „Es ist unmöglich, dass ein Kind so vieler Tränen verloren geht.“ Dieser Satz schenkte ihr die Kraft, daran zu glauben, dass Gott dieses Leben nicht aufgibt. Sie verlor nie die Hoffnung, dass der rastlose Sucher – ihr Sohn – seinen Weg mit Gott finden würde.
Und genau das geschah: Am Ende siegte die Liebe. Eine Liebe, die ausgehalten hat. Nach 17 Jahren des Hoffens durfte diese Mutter kurz vor ihrem Tod die große Wandlung erleben. Der junge Mann ließ sich taufen. Nach der Rückkehr auf sein Familiengut gründete er eine klosterähnliche Gemeinschaft, wurde später Bischof und prägte als einer der größten Kirchenlehrer Generationen von Theologen – bis hin zu Martin Luther.
Jetzt, wo der August sich seinem Ende nähert, erinnert uns die Kirche an diese beiden tief verbundenen Menschen. Am 27. August gedenken wir der treuen Mutter, die ihrem Kind im Leben wie im Glauben vorausging – und am 28. August, dem Tag seines Todes im Jahre 430, des Sohnes. So bekommt die Geschichte von Glaube, Hoffnung, Liebe zwei konkrete Gesichter: Es ist die Geschichte der heiligen Monika und ihres Sohnes Augustinus.
Pfarrer Ralf Haska
Ev. Gesamtkirchengemeinde Herzberg-Lindow
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